Standuhr

 

Geschichte der Standuhr

Standuhr Ziffernblatt

Wann wurde die Standuhr erfunden?

Im 16. Jahrhundert fanden die Menschen heraus, dass man mit Hilfe eines Pendels die Uhrzeit wiedergeben kann. Der Erfinder Galileo Galilei baute einen der ersten sogenannten Regulatoren. Dies waren Uhren, die mit einem Pendel die Uhrzeit bestimmten. Aus diesen Grundentwürfen entstand dann später die heutige Standuhr. Mit heutigen Standuhren konnten die damaligen Prototypen natürlich noch nicht Schritt halten. Eine damalige Standuhr war teilweise sehr ungenau, aber es reichte den Menschen um sich ihren Arbeitstag einzuteilen.
Vor allem die Temperatur war ein wichtiger Faktor auf die Ungenauigkeit. Im 18. Jahrhundert wurden dann schon Standuhren hergestellt, die eine Ganggenauigkeit von einer Sekunde aufweisen konnten.

 

Vergleich mit heutigen Standuhren

Vor allem auf technischer Seite hat sich die Standuhr in den letzten Jahrhunderten immer weiter verbessert. Das Uhrwerk, das Gehäuse und die Materialien wurden an die Moderne angepasst. Aber auch die Melodie hat sich grundlegend verändert. Früher gab eine Standuhr nur einen einfachen Ton von sich. Eine moderne Standuhr kann bis zu fünf Tonfolgen erzeugen. Obwohl sich die Standuhren in technischer Hinsicht immer weiter verbessern konnten, ist die Funktionsweise und die Form einer Standuhr jedoch sehr gleich geblieben. Deshalb sind Standuhren auch heut noch sehr beliebt, da sie ein antikes Flair vermitteln und so die Menschen immer noch verzaubern.

 

Welche Arten von Standuhren gibt es?

 

Standuhr englisch

Die im 18. Jahrhundert hergestellten englischen Standuhren sind wohl die bekanntesten seiner Art. In Filmen wie Sherlock Holmes oder Miss Marple sorgten sie meist für Gruselstimmung. Diese Standuhren waren meist sehr teuer und überaus dekorativ. Dies lag vor allem an der aufwändigen Bauweise und an den teuren Materialien. Sehr schöne Beispiele der klassischen englischen Standuhr findet man heute noch in vielen Museen.

 

Standuhr amerikanisch

Der Trend zu großen Standuhren schwappte auch über den großen Teich. In Amerika entwickelten Uhrmacher wie die Willard Brüder wirtschaftlichere Methoden der Herstellung. Dies war der Beginn der Massenprodutkion von Standuhren in Amerika des 18. Jahrhunderts. Die amerikanischen Uhrmacher verwendeten edle Hölzer und bauten die Standuhren in einem schlichteren Stil als ihre europäischen Kollegen. Die Uhren waren billiger als die englischen Originale und dadurch auch eine große Konkurrenz für europäische Uhrmacher.

 

Standuhr modern

Zwischen dem 18. und 20. Jahrhundert wandelte sich die Bauweise einer Standuhr grundlegend. Die klassische Präzisionspendeluhr mit Kompensationspendel wurde von einer Standuhr mit klarer, sachlicher Form für die Präzisionszeitmessung abgelöst. Heute haben Standuhren verschiedene Kadraturen, diese reichen von Astronomischen Faktoren bis hin zur Datumsanzeige. Auch die Funktionsweise wurde grundlegend verändert. Alte klassische Pendeluhren wurden über ein Räderwerk durch das Urgewicht angetrieben. Moderne Standuhren werden elektrisch betrieben. Hierbei erhält das Pendel die Energie über eine Spule, die über Pendelkontakte mit elektrischen Strom versorgt wird. Die Präzision und die geringere Dämpfung verbessern bei einer modernen Standuhr die Ganggenauigkeit in einem hohen Maß.

 

Fragen bezüglich Standuhren

 

Was ist das beste Material für eine Standuhr?

Eine Standuhr wird meist aus Holz gefertigt. Am besten geeignet ist Nussbaum, Eiche und Erle. In seltenen Fällen werden zur Herstellung aber auch Materialien wie Metall und Glas verwendet.

 

Welches Öl für Standuhren?

Bei der Ölung von Uhren unterscheidet man zwischen klassischen und synthetischen Ölen. Klassische Öle sind Gemische aus tierischen oder pflanzlichen Mineralölen. Synthetische Öle sind chemisch hergestellte Produkte. Diese weisen eine hohe Alterungsbeständigkeit auf.

Die Ölhaltung unterscheidet sich bei antiken und modernen Standuhren teilweise erheblich. Eine falsche Ölhaltung kann zu sehr schwerwiegenden Schäden an den Uhren führen. Dies resultiert meist in einer Wertminderung der Standuhr. Es kann zu Schweißverätzungen, Reinigungsschäden, Ölkorrosionen, Ölverätzungen und Reibkorrisionen kommen. Aus diesem Grund sollten Sie ihre Uhr auch nur von einem Fachmann einölen lassen.

 

Wie schwer ist eine Standuhr?

Standuhren gibt es in verschiedenen Variationen. Es gibt kleine und sehr leichte Standuhren, die meist auf einem Tisch, Regal oder der Kommode stehen. Dann gibt es aber auch sehr große Standuhren, die sich im Wohnzimmer oder im Gang befinden. Diese sind sehr schwer und unhandlich. Nach Größe und Form wiegt eine Standuhr durchschnittlich zwischen 5 bis 100 Kilogramm.

 

Wie alt ist meine Standuhr?

Da Standuhren in unterschiedlichen Stilen und mit unterschiedlichen Materialien gefertigt worden sind, ist es heute eher schwierig das genaue Baujahr einer Standuhr zu bestimmen. Am besten sollte man unseriöse Schätzer aus dem Internet meiden und einen Fachhandel oder einen kompetenten Antiquitätenhändler aufsuchen.

 

Wie transportiere ich eine Standuhr?

Eine größere Standuhr sollte immer von einem spezialisierten Unternehmen transportiert werden, da bei einem unsachgemäßen Transport schwere Schäden an der Uhr entstehen können.

Vor dem Transport müssen unbedingt die Gewichte und das Pendel ausgehängt werden, ansonsten könnten Schäden an der Pendelfeder entstehen. Danach wird dann das Uhrwerk ausgebaut, das dann getrennt vom Uhrkasten transportiert wird. Die Zeiger auf dem Ziffernblatt müssen während des Transports nach oben zeigen. Die Tonstäbe der Standuhr werden fixiert und abgepolstert, damit sie nicht brechen.

 

Wie stelle ich eine Standuhr ein?

Eine Standuhr muss in den meisten Fällen von Hand aufgezogen werden.
Zuerst sollte ein Ansatzpunkt für das Aufziehen gesucht werden. In vielen Ziffernblättern befinden sich ein bis drei Löcher, in die man eine Kurbel oder einen Schlüssel stecken kann. Kettengetriebene Uhren müssen nicht aufgezogen werden, hierbei hängen Gewichte in der Standuhr, an denen gezogen werden muss, um die Standuhr zu aktivieren.
Sollte bei der Standuhr kein Schlüssel oder eine Kurbel dabei sein, dann müssen die jeweiligen Löcher im Ziffernblatt ausgemessen werden. Das passende Aufziehwerkzeug kann bequem über das Internet bestellt werden.

Die meisten Standuhren haben eine Laufzeit von etwa einer Woche. Sie sollte also immer am gleichen Wochentag wieder aufgezogen werden.

Sollten sich der Schlüssel oder die Kurbel nicht drehen lassen, dann ist die Hilfe eines professionellen Uhrmachers gefragt. Auf keinen Fall sollte man hierbei mit Gewalt versuchen die Uhr aufzuziehen.

 

Wer repariert eine Standuhr?

Für die Reparatur einer teuren Standuhr sollte man nicht am Geld sparen. Vor allem antike und ältere Standuhren sind sehr empfindlich und dürfen nur von einem kompetenten Fachmann repariert werden. In Frage kommen Uhrmachermeister und Antikuhrmacher. Man sollte sich in jedem Fall auch ein Zertifikat zeigen lassen.

 

Was kostet eine Standuhr?

Beim Preis kommt es auf verschiedene Faktoren an. Wie groß soll die Standuhr sein? Soll sie alt oder eher modern sein? Soll sie eine einzigartiges Glockenspiel haben? Soll sie eine Kettengetriebene oder traditionelle Uhr sein? Welcher Hersteller soll es sein?
Es gibt also Standuhren in allen Variationen, deshalb ist es auch schwer einen durchschnittlichen Preis zu nennen. Standuhren gibt es bereits schon ab 20 Euro. Teure und antike Standuhren können aber auch schon mal 20.000 Euro kosten.